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Vermessungs-AG, 23.10.1996
Vermessungs-AG vom 6.11.1996
Vermessungs-AG vom 6.11.1996, Teil 2
Vermessungs-AG vom 20.11.1996
Vermessungs-AG vom 27.11.1996
Eine Absteckung
Rückwärtseinschnitt, 1. Teil
Rückwärtseinschnitt. 2. Teil
Fehlerbetrachtung zum Rückwärtseinschn. Teil 1
Zufall: Nahe am gefährlichen Kreis
Eine vielleicht überraschende Fehlerfigur,
MathCad-Simulation zum Rückwärtseinschnitt
Fehlerfigur beim Vorwärtseinschnitt
Fehlerfigur beim Rückwärtseinschnitt
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Vermessungskunde - oder :
Wo bin ich eigentlich genau ?
Diese Frage begann mich im Zusammenhang mit meinen GPS-Studien immer mehr zu beschäftigen. Es
dauerte also nicht lange, bis ich mir einen gebrauchten Theodolit kaufte. Natürlich musste ich mich nun
auch etwas in die Vermessungskunde hineinfinden. Es waren einige Bücher zum Thema erforderlich.
Sie erschlossen mir nach und nach die Erkenntnis, dass dieses Gebiet sehr interessant sein kann.
Ich erhielt bei meinen Bemühungen viel bereitwillige und aufgeschlossene Hilfe von Vermessungstechnikern
und insbesondere auch von den verschiedenen Vermessungsämtern. Jetzt bin ich daher schon in der
Lage, mit so schönen Methoden wie Polygonzug, Vorwärts-Einschnitt, Rückwärts-Einschnitt und
dergleichen meine eigenen Messungen auszuführen und freue mich dann, wenn die von mir ermittelten
Koordinaten eines Vermessungspunktes vom Vermessungsamt gut bestätigt werden.
Der Rückwärtseinschnitt hat es mir besonders angetan, weil es damit möglich ist, den eigenen Standort
allein durch die Messung der Winkel vom Beobachtungsort zu nur drei Objekten mit bekannten
Koordinaten zu bestimmen. Bei dieser Aufgabe begann ich zu begreifen, dass Vermessungskunde keineswegs trivial sein muss. Es fällt beim Umgang mit dieser Methode schnell auf, dass die Genauigkeit
der Ergebnisse von Fall zu Fall sehr stark schwanken kann, auch wenn immer mit gleicher Sorgfalt
vorgegangen wird. Ich fand Fälle, wo ich die Koordinaten auf ca. 5 cm genau bestimmen konnte und
andere, sehr seltene Fälle, wo die Ablage der ermittelten von den Soll-Koordinaten bis zu 3 km (!!)
betrug. Letzteres ist dann der Fall, wenn zufällig der eigene Standort mit den 3 Zielpunkten ziemlich
genau auf einem gemeinsamen Kreis liegt. Es gelingt einem erfahrenen Vermessungstechniker sicher,
im Gelände solche Situationen zu erkennen und zu vermeiden, die entsprechenden Ziele bei einer
Standortbestimmung einzubeziehen. Er wird dann andere, günstiger liegende Zielpunkte benutzen -
ganz abgesehen davon, dass im Vermessungsalltag diese schöne Methode kaum eine Rolle zu spielen
scheint. Ich aber war an einer möglichst narrensicheren Möglichkeit interessiert, die auch dem
Unerfahrenen zeigen kann, welche Zielpunkte im Sinne einer guten Genauigkeit vielversprechend sind
und welche anderen tunlichst nicht verwendet werden sollten. Es ist mir gelungen, für dieses Thema in
Achern einen hervorragend gelegenen Standort zu finden. Von dieser Stelle konnte ich insgesamt 42
Ziele (vorwiegend Kirchtürme und ähnliche "Hochpunkte") anvisieren. Es lässt sich schnell erkennen, dass
aus diesen 42 Zielen einige tausend Kombinationen für je einen Rückwärtseinschnitt herangezogen
werden können. Jetzt habe ich ein Programm geschrieben, das die "Güte" einer Dreierkombination von
Zielen ermittelt und so schnell erkennen lässt, welche Kombinationen die besten Ergebnisse
versprechen.
Nach soviel Fachsimpelei noch eine kleine Geschichte zur Pflege der Schadenfreude
: Es war im letzten
Herbst, als mitten in der Nacht ein gewaltiger Schlag meine Nachtruhe störte. Ich dachte an Einbrecher
oder ähnlich beängstigende Möglichkeiten, erhob mich dann aber doch, um nachzusehen. Was fand ich
vor ? In meinem Arbeitszimmer stand mein Theodolit auf seinem Dreibein - bzw. er stand dort nicht
mehr ! Eines der drei Beine war nämlich nicht stramm genug festgeklemmt und daher langsam, ganz
langsam "in die Knie gegangen". Zuletzt war dann mein gutes Stück auf einen danebenstehenden Tisch
gedonnert und jetzt kaputt ! Der Schicksalsschlag tat so weh, dass ich zur Wiedergewinnung des
seelischen Gleichgewichtes sofort eine Flasche Rotwein öffnen musste. - Schließlich war's aber dann
doch für etwas gut: Ich nahm es nämlich zum Anlass, mir einen neuen, wirklich professionellen Theodolit
zu kaufen, mit eingebauten Rechner und allem Komfort.
Diesen Theodolit bringe ich nun auch in die Schule ein, wo ich eine Arbeitsgemeinschaft anbiete, die
sich mit Vermessungskunde und Satelliten-Navigation beschäftigt. Wir kommen uns dann wie kleine
Schatzgräber vor, wenn wir im Gelände einen "trigonometrischen Punkt" - also einen entsprechend
gekennzeichneten Feldstein - allein aufgrund seiner Koordinaten (erfragt beim Vermessungsamt)
suchen und - mit guter Treffsicherheit finden. Oft sind solche Steine im Gelände nämlich nicht mehr zu
entdecken, weil längst buchstäblich "Gras drüber gewachsen ist" .
Beispiel-Protokoll aus einer Sitzung unserer Vermessungs-AG
MathCad-Files zur Vermessungskunde (Seit dem 11.1.97)
Neu : Applets zur Vermessungskunde (Monte-Carlo-Simulation der Fehlerfigur in Abhängigkeit von der
Lagesituation) (Seit September 1999)
Letzte Aktualisierung : 03.02.2002

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