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Wie gut ist das Ergebnis nach zwei verschiedenartigen Entzerrungen ? Ich dachte mir, dass diese Frage sich leichter beantworten ließe, wenn man ein zum Messen besonders gut geeignetes Objekt verwendete: Ein Blatt Millimeterpapier sollte sich dazu wohl gut eignen. Die Aufnahme erfolgte mit : Kamera
: Olympus Camedia C-2500L (2.500.000 Pixel 1712x1368 Pixel) 9.2 - 28
mm, entspr. 36 - 110 mm einer 35 mm Kamera. Einstellung
: Weitwinkel-Modus, Manueller Fokus, 30 cm Abstand vom Objekt. Hier ist das Foto :
Die
Aufnahme zeigt deutliche radialsymmetrische Verzeichnungen (Tonnenverzeichnung),
insbesondere an den Rändern. Eine Kontrolle der "Maßzuverlässigkeit" bei Längenmessungen an verschiedenen Bildstellen zeigt folgendes Ergebnis :
Nun
wird eine Entzerrung der radialen Verzeichnungen versucht. Dazu werden
im äußeren Bereich die Bildkoordinaten von
Aus den 8 verschiedenen Kreisen werden nun in einem Näherungsverfahren drei Verzeichnungsparameter bestimmt, nämlich die x- und die y-Koordinate des Symmetriepunktes und ein weiterer "Verzeichnungsparameter" k, bzw. R (der Kehrwert aus der Wurzel von k). Mit diesen Parametern können später die radialen Verzeichnungen der Aufnahme weggerechnet werden. Es interessierte mich die Frage, wie gut die Parameter übereinstimmen, wenn auf dem Foto jeweils andere Punkte und andere Kreise ausgewählt werden, die im Objekt auf unterschiedlichen Geraden liegen. Hier die Ergebnisse von 5 solchen Versuchen (Die Punkte wurden natürlich am selben Foto gemessen):
Mit den gemittelten Parametern wurde das Bild nun von den radialen Verzeichnungen befreit :
Wie man sehen kann, sind nun alle geraden Linien des Originals auch auf dem Foto "geradegebogen". Allerdings verlaufen die Geraden auf dem Bild noch nicht parallel, vermutlich eine Auswirkung einer leichten "Verkippung" der Kamera. Jetzt schließt sich deshalb eine zweite Entzerrung an, die das Ziel hat, die "stürzenden" Linien zu parallelisieren. Da das Original wegen der Millimeterteilung die Koordinaten aller Punkte abzählbar macht und diese Einteilung auch auf dem Foto noch gut erkennbar ist, kann nun leicht den frei gewählten gelb eingekreisten Punkten je ein Paar Pixelwerte und Millimetermaße zugeordnet werden.
Auch dieses radialentzerrte Foto zeigt noch eine vergleichbare Unsicherheit bei Längenmessungen :
Mit diesen Informationen erfolgt nun die Berechnung der 8 erforderlichen Parameter und danach mit ihnen die Entzerrung der verbliebenen projektiven Verzeichnungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist ein ausgezeichnet maßhaltiges Abbild des Originals :
Zur Ergebniskontrolle wurden auch auf diesem nunmehr zweimal entzerrten Bild die gleichen Strecken gemessen :
Die Unsicherheit bei Längenmessungen auf dem endgültigen Bild ist also nach den beiden aufeinanderfolgenden Entzerrungsoperationen von vorher etwa 2% jetzt auf nurmehr noch 1 Promille abgesunken, und wird im Wesentlichen durch die Reproduzierbarkeit beim Bestimmen der angezielten Bildpunkte bestimmt. Diese Seite wurde erstellt am : 16.11.2002 Letzte Aktualisierung : 17.11.2002 |