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UTM-Überblick

Folge 1

Folge 3

 

UTM, Folge 2: Versuch einer einfachen Umrechnung von Gauß-Krüger in UTM-Koordinaten.

Wenn man diese Überschrift ernst nehmen will, so scheint dieses Vorhaben im ersten Augenblick nicht sehr aussichtsreich zu sein, denn schließlich führt ja der schon in der Startseite zu dieser UTM-Folge angegebene Weg über einen Systemwechsel, was ich dort ja schon als eine "Verrenkung" bezeichnet habe.

Wenn ich mir allerdings in Erinnerung rufe, dass sowohl das Gauß-Krüger-System wie auch das UTM-System sich nach jeweils einer "Verebnung" offenbar auf je eine Ebene beziehen, keimt eine Hoffnung auf: Könnte man da nicht vielleicht hoffen, dass es über eine Affintransformation vielleicht doch möglich sein sollte das Ziel zu erreichen. Dabei schwirren mir Begriffe im Kopf herum, die mir in die Wunschrichtung zu deuten versprechen: "Konforme Abbildung". Das interpretiere ich jetzt mal kühn als "Winkeltreue Abbildung". Da fallen mir "ähnliche Dreiecke" ein. Ist es falsch, wenn ich hoffe, dass ein Dreieck von drei Punkten auf einer Gauß-Krüger-Ebene und das entsprechende Dreieck der gleichen Punkte in UTM-Koordinaten ähnliche Dreiecke sein müssten, dass also die Winkel gleich, die Seitenlängen aber um einen gemeinsamen Faktor skaliert sein sollten? Affintransformation also oder doch gar Ähnlichkeitstransformation?

Für jemand, der nicht über den erforderlichen Hintergrund verfügt, bleibt ja immerhin noch der mich wenigstens manchmal zum bescheideneren Ziel führende Weg über "experimentelle Mathematik". So will ich es denn versuchen!

Was ich brauche: Für drei Punkte in meiner Umgebung die Gauß-Krüger und die UTM-Koordinaten. Bei meinem zuständigen Landesvermessungsamt erfrage ich für drei Punkte des ETRF-89-Netzes die Koordinatenwerte. Ich erhalte die Gauß-Krüger-Werte, die Höhen als hNN noch als "Dreingabe" und die kartesischen Koordinaten im Bezugssystem ETRS-89. Aus den letztgenannten Werten kann ich leicht die UTM-Werte (und nebenbei noch die ellipsoidischen Höhen über dem WGS-84 = GRS-80-Ellipsoid berechnen). Die Entfernungen der drei Punkte von meinen Messorten betragen ungefähr 15 km, 21 km und 39 km.

GK
R
H
UTM Zone
E
N
P1
3420878.58
5391628.74
32
420834.763
5389911.508
P2
3409839.53
5343662.92
32
409800.160
5341964.727
P3
3428586.71
5373860.14
32
428539.716
5372149.911

Damit ich mich gegenüber meinem Landesvermessungsamt nicht falsch verhalte, habe ich die obigen Werte systematisch leicht verändert. Ich hoffe, dass ich mich so keines "Geheimnisverrats" schuldig mache. Die Daten sind aber nach dieser Änderung - das habe ich überprüft - für meinen Zweck immer noch ideal brauchbar!

Für die Affintransformation benötige ich 6 Parameter: a1, b1, c1 und a2, b2, c2.

Der dem Rechtswert entsprechende Wert für Easting(E) ergibt sich daraus gemäß der Formel:

Der dem Hochwert entsprechende Wert für Northing (N) resultiert entsprechend der Vorschrift:

Wenn man nun die Gleichungen für die drei ausgewählten Punkte ansetzt und damit nach den sechs Parametern sucht, ergeben sich für mein Messgebiet die folgenden Parameterwerte:

a1
0.9996040443
b1
-0.0000042266
c1
432.0731374642
a2
0.9995955898
b2
0.0000033629
c2
29001321.4895756

Wenn es sich um eine Ähnlichkeitstransformation handelte: Müssten dann nicht a1 und a2 gleich sein - und auch b1 = -b2 (also nur 4 verschiedene Transformationsparameter bei der Ähnlichkeitstransformation statt 6 bei der Affintransformation)? Wenn man in die Tabelle schaut, könnte man formulieren: Die obige Affintransformation ist aber einer Ähnlichkeitstransformation immerhin "ziemlich ähnlich"!

Und nun die mit Spannung erwartete Probe aufs Exempel:

An drei Punkten habe ich mit meinen GPS-Messempfängern die jeweiligen WGS-84 Kartesischen Koordinaten bestimmt. Daraus bestimmte ich dann durch die entsprechende Umformung im Folgenden so genannte Sollwerte für die UTM-Koordinaten. Die Gauß-Krüger-Koordinaten für die gleichen drei Punkte waren zuvor über terrestrische Messungen ermittelt worden.

Beim Einsetzen der GK-Koordinaten und der obigen Parameter erhielt ich berechnete UTM-Koordinaten, die hier den "Sollwerten" gegenübergestellt sind:

R
H

E, berechnet

N, berechnet
E, Soll
N, Soll
Abweichung
P1
3415336.497
5356660.961
32415294.803
5354957.599
32415294.794
5354957.578
2.3 cm
P2
3418166.254
5353083.589
32418123.404
5351381.631
32418123.434
5351381.637
3.1 cm
P3
3415194.47
5357260.67
32415152.836
5355557.071
32415152.823
5355557.049
2.6 cm

Ehe ich mich aber zu früh freue, werde ich weitere Beispiele messen müssen und die Übereinstimmung mit den berechneten Werten zu prüfen haben.

Es ist auch klar, dass bei dieser Transformation keine Höhenwerte geliefert werden (weder die Ellipsoidischen noch die Höhen über NN).

Auch die Umrechnung in umgekehrter Richtung sollte möglich sein nach den analogen Vorschriften:

Mit Hilfe der obigen drei Passpunkte ergeben sich die folgenden sechs Parameter:

d1
1.0003961126
e1
0.0000042300
f1
-554.9199348602
d2
1.0004045738
e2
-0.0000033656
f2
-29013054.6617657

Die Abweichungen bei dieser rückwärtigen Transformation entsprechen den obigen: 2.2 cm, 2.4 cm und 3.2 cm.

- und ich glaube, dass ich Ihnen hier zeigen kann, dass der Weg tatsächlich weiter führt!

 

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Diese Seite wurde erstellt am 27.02.2005

Letzte Aktualisierung: 2.03.2005