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Die Punktwolke liefert erste charakteristische Maße der Burgruine Hohengeroldseck.

Wie schon beschrieben, wurde kann man die Wolke aus den vielen Messpunkten im JavaView-Applet so drehen und darstellen, dass - nach Abstellen der zunächst voreingestellten perspektivischen Verzeichnung - ein Grundriss dargestellt wird. Da die Punkte im System der Landeskoordinaten (Gauß-Krüger) eingemessen wurden entsteht auch gleich eine Orientierung dieses Grundrisses mit "Gitternord" oben. Wenn man nun noch die an der Burg gegebene Meridiankonvergenz von - 0.76 ° berücksichtigt, kann jeder Richtungswinkel (gegen Gitternord) leicht in den geographischen Azimutwert umgerechnet werden nach der einfachen Vorschrift:

Azimut (gegen die geographische Nordrichtung) = Richtung in Bezug auf Gitternord + Meridiankonvergenz

Beispiel: Wenn in der Skizze der Verlauf der "nordwestliche" Palasaußenwand gegen Gitternord einen Winkel von 44.83° hat, dann ist der geographische Winkel des Wandverlaufes zur Nordrichtung 44.83° - 0.76° = 44.07°.

Mit einem CAD-Programm ist es nun möglich die vom JavaView-Applet gelieferte Grundrissskizze aufzunehmen und "nach Augenmaß" mit geraden Linien längs der jeweiligen "Phalanx" der Grundrisspunkte anzureichern. Natürlich liegt in diesem Vorgehen eine gewisse Unsicherheit durch die Subjektivität des CAD-Anwenders, die man bei einer Bewertung der erzielbaren Genauigkeit nicht vergessen darf. Immerhin können nun durch das CAD-Programm Winkel und Längen gemessen werden. Zur Verdeutlichung folgt ein Ausschnitt, der den Palasgrundriss mit einigen Winkelmaßen zeigt.

    In der Südwestecke des Palas wurde ein grünes Kreuz eingezeichnet. Wie man leicht sieht, ist dort eine gewisse "Mehrdeutigkeit" der Winkel begründet. Um die Verhältnisse - die laut Grundriss ein "Hineinwölben des Treppenhauses" in den Palasinnenraum nahe legen - besser überprüfbar zu machen, habe ich noch drei Fotos von dieser "Südwestecke" mitgebracht. Dieser Eckbereich ist auf den Fotos von unten nach oben abgebildet. Tatsächlich: Der Turmtreppenraum ragt - kaum merklich zwar, aber so doch sichtbar - von der durch die rote Linie gekennzeichneten Vertikalen an in den Innenraum herein. Daher sind die irritierenden Verhältnisse mit den vielen Winkeln in dieser Ecke so einigermaßen "fotografisch belegt". Insbesondere das Bild des Bereiches ganz oben zeigt an der Unterfläche der Aussichtsplattform den sich hereinwölbenden Wandbereich recht deutlich.

    Auch einige Längenmaße können mit dem CAD-Programm aus der Grundriss-Skizze ermittelt werden. Dabei muss zuvor der Maßstab im Programm eingestellt werden, was aber auf der Skizze bei der gut erkennbaren Lage einzelner Messpunkte rund um die Burg mit guter Genauigkeit möglich ist. Hier die Abbildung:

    Wie man also sehen kann, birgt auch die so "wahllos" gemessene Punktwolke doch nennenswerten Informationsgehalt und kann trotz der ziemlich stochastisch erscheinenden Messerei brauchbare Maße liefern.

Diese Seite wurde erstellt am : 18.07.2004

Letzte Aktualisierung : 19.07.2004