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Bemühungen um Astronomie, ein Bericht in Fortsetzungen - Teil 14 Es hat eine ziemlich lange Zeit gedauert, bis ich jetzt wieder Neues zu berichten habe. Wie in der letzten Folge angedeutet, galten meine Bemühungen einem - inzwischen weiß ich es - für meine Verhältnisse vermessenen Ziel : Ich wollte halt auch für die Planeten unseres Sonnensystems möglichst genau angeben können, wann welcher Planet wo am Himmel steht, wenn ich ihn von meinem Garten aus beobachten möchte. Derartige Daten werden von den Astronomen die Ephemeriden der Planeten genannt. Natürlich könnte man sich die Rechnerei ja von einem käuflichen Planetarium-Programm abnehmen lassen, aber ich wollte für mein Navigationsprogramm auch die Planeten nutzen können und da wäre es zu unbequem, immer die notwendigen Positionen von einem anderen Programm ausrechnen lassen zu müssen. Und wenn man sich der Sache schon mal annimmt, dann sollten die Ergebnisse auch möglichst genau sein. So war ich eben nicht zufrieden mit Positionsunsicherheiten, die über 1 Bogensekunde hinausgingen und dazu musste ich dann auf die sog. VSOP87 Theorie der beiden Franzosen Bretagnon und Francou zurückgreifen. Diese Autoren halten für jeden Planeten zahlreiche Parameter bereit, die mit den passenden Algorithmen tatsächlich die Ephemeriden mit der angestrebten Genauigkeit liefern. Hier ist es aber wirklich nicht mehr möglich, die einzelnen Rechenschritte von Hand zu bewältigen, denn die Parameter sind sehr zahlreich : Für die Venus sind es immerhin 1682 Werte und für die Erde deutlich mehr als 2000 Parameter. Die Werte der Parameter kann man allerdings leicht über das Internet beziehen und die Algorithmen sind ebenfalls dort beschrieben. Fehlerträchtig war die Arbeit aber trotzdem und so hat es eben recht lange gedauert, bis ich Erfolg vermelden konnte. Die Ergebnisse resultieren als "Kartesische Koordinaten" im "Heliozentrischen System", also mit der Sonne im Mittelpunkt. Sie müssen dann noch einige Umrechnungsprozeduren erfahren, bis die gewünschten sog. "topozentrischen" (=auf den Beobachtungsort bezogen) Koordinaten als Rektaszension und Deklination zur Verfügung stehen. Die geozentrischen Koordinaten der Sonne erhält man aus den heliozentrischen der Erde, indem man zunächst den Richtungsvektor um 180 ° dreht. Noch komplizierter ist die Berechnung der Ephemeriden des Mondes, aber auch das habe ich jetzt mit etwa gleicher Genauigkeit bewältigt. Es liegen zugrunde : Die ELP 2000-82 und ELP2000-85 Theorien von M. Chapront-Touze und J. Chapront, auch wieder in Form sehr zahlreicher Parameter, die nur mit Hilfe eines Rechners zu bewältigen sind. Ganz ohne eigene Beobachtungen sind die letzten
Wochen aber nicht gewesen. So habe ich beispielsweise den Lauf der Sonne am Himmel
während eines Tages mit dem Theodolit (+ Sonnenfilter) verfolgt. Gemessen wurde jeweils
die Zeit (Genauigkeit ca. ± 0,1 Sekunde, "Funkuhr", DCF77) und die Höhe des
unteren Sonnenrandes. Da ich auch den Sonnenabstand aus der obigen VSOP87 Rechnung sehr
genau kenne, kann ich bei Kenntnis des Sonnendurchmessers aus obigen Messwerten genau
angeben, in welcher Höhe sich jeweils der Mittelpunkt der Sonnenscheibe befand, indem ich
zur gemessenen Höhe des unteren Sonnenrandes den scheinbaren Radius der Sonne hinzu
addiere. Diese Messergebnisse verglich ich dann mit den Werten, die ich unter Anwendung
der VSOP87 Methode für die Sonnenhöhe als "theoretische Werte" ermittelt habe.
Es zeigte sich erwartungsgemäß, dass die gefundenen Höhenwerte immer kleiner waren als
die berechneten Höhen. Die Abweichungen sind bei tiefem Sonnenstand besonders groß und
werden immer kleiner, wenn die Sonne größere Höhen über dem Horizont erreicht. Diese
Erscheinung wird durch die sog. atmosphärische Refraktion verursacht. Der Lichtweg wird
durch die Atmosphäre gekrümmt. Wenn man aber eine geradlinige Lichtausbreitung erwartet,
hat das betrachtete Himmelsobjekt eine scheinbare Höhe, die größer ist als die
wirkliche Höhe.
Die eigenen Messwerte zeigen die
Tendenz sehr deutlich :
Die folgende Abbildung zeigt das Ergebnis der
Messung vom 7.8.1998. Die Abszisse zeigt die Höhe der Sonne über dem Horizont, die
Ordinate zeigt die Korrekturen, die an den gemessenen Werten anzubringen sind, damit die
berechneten Höhen resultieren.
Die violetten Kreuze stellen die gemessenen Werte
dar. Die braun-grüne Kurve beschreibt einen theoretischen Verlauf der Refraktion in
Abhängigkeit von der Höhe. Man sieht, dass im Zenit (Höhe = 90°) die Refraktion
verschwindet. Die rote Kurve ist eine selbst berechnete optimale Anpassung an meine
Messwerte. Die letzte Berichtigung erfolgte am 07.01.2002 Zur Erläuterung für die lange Pause |