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Bemühungen um Astronomie, ein Bericht in Fortsetzungen - Teil 5 Es ist mir jetzt möglich durch die
Angabe von Azimut und Höhe einen Ort am Himmel zu bezeichnen und ihn, besonders leicht
mit dem Theodolit (an dieser Stelle liegt keine unabsichtliche Fehlleistung vor : Nicht:
"Theodolith", denn das Wort hat nichts mit "Stein" zu tun, und
auch nicht "Theodoliten", denn diese ältere Deklinationsform ist
inzwischen sicher völlig unüblich geworden !), auch aufzufinden. Ich möchte als
Beispiel 3 Sterne so charakterisieren, die gleichzeitig und vom gleichen Ort aus
beobachtet worden sein sollen. Tatsächlich stammen die Werte aus einem
Astronomie-Simulationsprogramm (Guide V. 6.0) : Es soll heute der Versuch
unternommen werden, am Himmel auch schon jetzt, mit dem vorläufig noch sehr
unvollkommenen Rüstzeug, nach etwas Gleichbleibendem zu fahnden. Es ist ja
offensichtlich, dass die Örter der Sterne am Himmel eine sehr kurzfristige Eigenschaft
sind und dazu kommt, dass das Merkmalspaar (Azimut und Höhe) auch noch vom Ort der
Beobachtung abhängt. Trotzdem gibt es aber, wie jeder weiß, auch weit weniger
Flüchtiges am Himmel, zum Beispiel die Sternbilder. Diese verändern zwar ebenfalls ihren
Ort am Himmel, aber die relative Position der einzelnen Sterne eines Sternbildes
zueinander bleibt offenbar konstant. Dies ist auch mit den oben genannten Sternen Merak
und Dubhe der Fall, die die beiden hinteren "Räder" des großen Wagens bilden.
Was also bei ihnen konstant bleibt, ist zunächst der Abstand zueinander.
Entfernung = R · arccos(sin (Breite Berlin) · sin(Breite Madrid) + cos(Breite Berlin) · cos(Breite Madrid) · cos(Länge Berlin - Länge Madrid)) dabei bedeutet R den Radius der Erdkugel : R = 6371 km Zum Nachrechnen : sin (52,45°) = 0,79282; sin ( 40,42°) = 0,64839; cos (52,45°) = 0,60945; cos (40,42°) = 0,76131;
Was lehrt uns das ? Die
Entfernungstabelle meint offenbar nicht die kürzeste Strecke sondern vielleicht die
minimalen Straßenkilometer. Rasch eine Abschätzung : Wenn man "um's Eck"
fahren muss, ist bei einem Quadrat der Weg Quadratwurzel (2) = 1,4 mal so lang wie auf der
Diagonalen. Wenn es also auf dem ganzen Weg etwa so zuginge dann wäre mit einem
ungefähren Weg von (1857 km · 1,4) also etwa 2600 km zu rechen, was schon besser an die
obige Angabe heran käme. Was wir natürlich auch nicht vergessen wollen : Bei dieser Art
der Entfernung ist nirgends von etwaigen Höhenunterschieden der beiden Städte die Rede.
Es handelt sich also wirklich nur um eine Überlegung, die für eine Kugeloberfläche,
nicht aber genau für unsere Fragestellung gilt. Übrigens liegt Madrid etwa 600 m höher
als Berlin. Die oben auftauchenden 16,7016 ° wären aber der sog. Winkelabstand
zwischen Berlin und Madrid, wenn man vom Erdmittelpunkt aus schauen könnte. Diesen Winkel
würde von dort der Blick des Betrachters überstreichen, wenn er ihn von Berlin nach
Madrid wendete. Jetzt ist das Wort gefallen, das ich die ganze Zeit im Kopf hatte. Zur Übung gleich noch der
Winkelabstand von Dubhe und dem Polarstern : Und was lernen wir hieraus ? Dass tatsächlich die Regel zum Auffinden des Polarsterns gilt, die da lautet : Man verlängere den Abstand zwischen den beiden hinteren Radsternen des großen Wagens 5 mal, um auf gleicher Linie zum Polarstern zu gelangen. Wir schauen nach und finden : 28,678 / 5,408 = 5,3 also ist der Winkelabstand von Dubhe bis Polaris tatsächlich 5,3 mal so groß wie der von Merak bis Dubhe. Wenn man jetzt zu einem späteren Zeitpunkt die
Positionen der 3 Sterne gleichzeitig messen würde, erhielte man natürlich für jeden je
einen neuen Azimut- und Höhenwert. Wenn man aber daraus wieder die Winkelabstände
ausrechnete, blieben diese im Rahmen der Messgenauigkeit konstant. Und man erinnert sich,
nach etwas Konstantem suchte ich doch, bei all dem, was durch seine Veränderlichkeit am
Himmel so verwirrt. Letzte Berichtigung : 07.01.2002 Zurück zur letzten Seite zu diesem Thema |